Die ersten OBS-Fahrten in Bietigheim-Bissingen stehen an

Die ersten OBS-Fahrten in Bietigheim-Bissingen stehen an © ADFC BW

OpenBikeSensor: Überholabstände sichtbar machen im Kreis Göppingen

Das Einhalten des richtigen Abstandes beim Überholen von Radfahrenden kann Leben retten. Ab Anfang April startet ein Projekt, das uns zeigt wo man im Kreis Göppingen auf dem Rad besonders gefährdet wird

Seit dem 28. April 2020 steht es auch in der Straßenverkehrsordnung (StVO) schwarz auf weiß, was schon in der Vergangenheit durch Gerichtsurteile bestätigt wurde: Autofahrende müssen beim Überholen von Radfahrenden einen Abstand einhalten, der die schwächeren Verkehrsteilnehmer schützt. Innerorts mindestens 1,50 Meter und außerorts sind es sogar zwei Meter.

Viele Autofahrer kannten diese Vorschrift aber noch nicht. Deshalb hatte der ADFC Göppingen im Juli 2020 eine Plakat-Aktion ins Leben gerufen, welche auf die "neuen" Sicherheitsabstände aufmerksam machen sollte.

Nach drei Jahren wollen wir nun eine neue Aktion starten, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Denn man hat auf dem Fahrrad sehr oft das subjektive Gefühl, zu eng überholt zu werden und genau das soll ab dem 1. April 2023 für 6 Wochen auch mit objektiven Zahlen belegt werden. Mit dem OpenBikeSensor zeichnen Freiwillige ihre Radfahrten im Alltag auf. Im Nachgang werden dann die ermittelten Daten mit einer Software auf sogenannten Heatmaps visualisiert. Der Sensor hilft uns also, die Überholabstände sichtbar zu machen und wandelt damit abstrakte Zahlen in ein Kartenbild um, das uns zeigt, an welchen Stellen im Straßenverkehr die Radfahrenden in besonderen Maße gefährdet werden.

Der OpenBikeSensor zeigt uns so Verbesserungspotenziale bei der Verkehrsinfrastruktur auf und weist Kommunen und Ordnungsbehörden darauf hin, wo Handlungsbedarf besteht.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, benötigen wir viele Überholvorgänge im ganzen Landkreis und vor allem im stark frequentierten Filstal. Wir brauchen deshalb brauchen viele Freiwillige, die sich mit ihren Rädern in den Alltagsverkehr stürzen.

Wollt ihr mithelfen, die Sicherheit beim Radfahren zu erhöhen, dann meldet euch:

Mail: goeppingen [at] adfc-bw.de
Aktionszeitraum: 01. April - 14. Mai 2023

Wir greifen dabei auf die Sensoren des ADFC Baden-Württemberg zurück. Dort gibt es die Möglichkeit, 20 Sensoren an Gliederungen, Initiativen und Kommunen zu verleihen. Dieses Angebot wollen wir nutzen. Denn nicht nur die Sensoren, sondern auch die Software zur Auswertung und reichlich Erfahrung stellt uns der Landesverband zur Verfügung.

Der OpenBikeSensor wurde vom Zweirat Stuttgart nach dem Radmesser, einem Vorbild aus Berlin, entwickelt. Der OBS kann Impulse setzten, welche die Sicherheit beim Radfahren deutlich erhöhen. Deshalb wurde der OpenBikeSensor auch mit dem ersten Platz beim Deutschen Fahrradpreis 2022 in der Kategorie Kommunikation und Service ausgezeichnet (gemeinsam mit SimRa, ein Projekt das Daten über Fahrradfahrten sammelt).

Weitergehende Informationen zum OpenBikeSensor gibt es auf der Webseite des ADFC Baden-Württemberg und auf Homepage des OpenBikeSensor

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https://goeppingen.adfc.de/artikel/openbikesensor-ueberholabstaende-sichtbar-machen-im-kreis-goeppingen

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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