ADFC hat Fragen zum Radverkehr in Göppingen - die Stadtverwaltung antwortet

 

Anlässlich eines Verkehrsunfalls mit einem Radfahrer in Göppingen-Jebenhausen, an der Einmündung des Herdweges in die Boller Straße, hat der ADFC einen Brief an die Stadtverwaltung gesendet, um zu diesem und weiteren Punkten Stellung zu nehmen.

 

Das Schreiben haben wir am 02.05. an die Stadtverwaltung geschickt. Am 03. Juni haben wir nun Antwort auf unsere Fragen bekommen. Die Punkte im Einzelnen.

An der Querung des Herdweges kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Dies liegt zu einem daran, dass der Radverkehr in beiden Richtungen über die Querungsstelle geführt wird und vom einbiegenden Kfz Verkehr, der nach links schaut, nicht beachtet wird. Und zum andere daran, dass der Abstand der Querungsstelle vom Fahrbahnrand so bemessen ist, das der überwiegende Anteil der Autofahrer beim Halten den vorfahrtsberechtigten Radverkehr blockiert.

Antwort der Stadt: "Die Verwaltung plant, eine rot eingefärbte Furt mit Bevorrechtigung für den Radverkehr anzulegen. Dieser Vorschlag soll in der nächsten Verkehrsschau, am 17. Juni, der Kommission vorgestellt werden. Der Einmündungsbereich Am Galgenberg soll zur besseren Veranschaulichung als Referenz dienen."

 

Ein weiteres Beispiel wo dem Radverkehr der Platz streitig gemacht wird, ist der Radfahrstreifen entlang der Jebenhäuser Straße. Hier wird die durchgezogene Linie vom Großteil des Kfz-Verkehrs überfahren. Gerade in Zeiten wo mehr Platz fürs Rad gefordert ist, sollte zumindest der schon vorhandene Raum für den Radfahrer respektiert werden. Wir haben die Stadt Göppingen aufgefordert Sorge zu tragen, dass die Verkehrsregeln hier eingehalten werden. Dies könnte durch eine Protected Bike Lane (geschützter Radstreifen), eine Riffelung des Breitstrichs oder auch erzieherische Maßnahmen sein, Verwarnungsgeld oder Aufklärung durch Plakate.

Antwort der Stadt: "Protected bike lanes sind grundsätzlich denkbar, aber hierzu fehlen Erfahrungswerte. Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des abfallenden Verlaufs der Straße. Aus pragmatischen Gründen wird die Installation von protected bike lanes in der Christian-Grüninger-Straße, die genauso verläuft, angedacht. Die Zubringerstraße ist vergleichsweise breiter und weist mit dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Berufsschulzentrum einen deutlich höheren Radverkehrsanteil auf."

Bei der Stadtverwaltung wurde auch angemahnt, Punkte die schon seit 2018 bekannt sind endlich umzusetzen. Dies betrifft zu einem einen Verkehrsspiegel an der Unterführung Jahnstraße Werner- Heisenberg Gymnasium und zum anderen einen Spiegel an der Unterführung der B10 entlang des Heubachs. Auch sollte hier das Geländer entsprechend den technischen Richtlinien erhöht werden.

Antwort der Stadt: "Die Anbringung von Verkehrsspiegeln in Unterführungen und sicherheitssensiblen Ecken, wie am Heubach, wurde dem Betriebshof bereits durchgegeben. Es bedarf noch einer letzten Klärung mit der Verkehrstechnik (Bauhof), welche Ausführungen zum Einsatz kommen.
Die Geländerhöhe wird im Zuge der Maßnahme mit den Verkehrsspiegeln auch in Abstimmung mit dem Betriebshof vorsätzlich in Angriff genommen."

Als letzten Punkt ist noch die Radwegeführung entlang der Reutlinger / Holzheimer Straße anzuführen. In Richtung Holzheim entspricht die Ausführung nur den absoluten Mindeststandards. Es ist höchste Zeit die alternative Führung über die alte Bahntrasse wieder ins Gespräch zu bringen.

In Richtung Göppingen wurden die Markierungen, der Querung der Esslinger, Straße in skurriler Weise umgesetzt. Man fragt sich warum nutzen die Verantwortlichen nicht die Vorgaben des Landes, wie zum Beispiel, die Musterlösungen für das RadNetz BW. Eine Rückfrage beim Fahrradbeauftragten der Stadt ergab, dass dieser über die Markierungsarbeiten nicht informiert wurde. Hier gibt es sicherlich noch Verbesserungspotential in den internen Abläufen.

Antwort der Stadt: "Für eine schlüssige Radverkehrsführung in der Reutlinger Straße werden die Verkehrszeichen 239 und 1022-10 an den Einmündungen Holzheimer- und Heilbronner Straße ersatzlos entfernt. Damit ist der Schutzstreifen an dieser Stelle die einzige Radverkehrsanlage."

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    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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