eRadschnellweg Goettingen, Nikolausberger-Weg Stadt Goettingen

eRadschnellweg Goettingen, Nikolausberger-Weg Stadt Goettingen © Christoph Mischke

Vision "Radschnellweg Fils" wird immer populärer

 

Idee entwickelt sich von einer schnellen Verbindung von Göppingen nach Eislingen zur einer Radschnellverbindung im Filstal

 

Mit dem Fahrrad zügig, direkt, sicher und komfortabel von Eislingen nach Ebersbach oder von Göppingen nach Süßen. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule ohne Umwege, ohne unzählige Ampelstopps und ohne Gefährdung von Fußgängern durch unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Eine Vorstellung, die Radlerinnen und Radlern noch vor wenigen Monaten wie ein Traum vorkommen musste wird zunehmend realistischer. Die Initiative "Radschnellweg Fils" des ADFC Göppingen (wir berichteten) hat immer mehr Unterstützer.

Die Stadt Ebersbach an der Fils hat in einer Mail an uns vom Juli 2016 das Interesse der Stadt und von Bürgermeister Sepp Vogler an einer schnellen Radverbindung erklärt und in Göppingen hat der Gemeinderat 03.08.2016 grundsätzlich einen Radschnellweg an der Nordverbindung zwischen Eislingen und Göppingen begrüßt (Details im blauen Kasten rechts).

Zustimmung kam auch von Bürgermeister Marc Kersting aus Süßen in einem Gespräch mit Thomas Gotthardt vom ADFC Lautertal – Mittlere Fils. Der Radschnellweg passt mit den aktuellen Entwicklungen zur alten B10 in Süßen zusammen. Die Neue Württembergische Zeitung berichtet am 02.08.2016: "… Für den Rückbau der Bundesstraße hat der Gemeinderat schon einen Planungsauftrag vergeben, weil das Regierungspräsidium auch am Ostende von Eislingen und in Salach die alte Bundesstraße zurückbauen möchte. Dies wird möglich, wenn im nächsten Jahr die neue B 10 bis Gingen-Ost fertiggestellt ist. Die Stuttgarter Straße soll deutlich schmaler werden und ihren schnurgeraden Verlauf verlieren …"

Soll ein interkommunales Vorhaben wie der "Radschnellweg Fils" erfolgreich umgesetzt und sich nicht in lokalen Einzelprojekten verlieren, dann ist es wichtig, dass sich ein Koordinator findet. Diese Rolle möchte das Landratsamt Göppingen übernehmen. Landrat Edgar Wolff erklärt in einem Schreiben an uns: "Der Landkreis befürwortet das Vorhaben, einen Radschnellweg im Filstal voranzubringen und wird dabei eine koordinierende Rolle übernehmen, die bei der Umsetzung des RadNETZ Baden-Württemberg seitens des Landes ohnehin von uns erwartet wird und der wir auch gerne nachkommen."

Erste Überlegungen dazu existieren bereits: in einer Informationsveranstaltung zum RadNETZ Baden-Württemberg könnte auch die in der Diskussion stehende Radschnellverbindung mit einbezogen werden. Das RadNETZ BW ist Teil der RadSTRATEGIE des Landes und soll alle Ober- und Mittelzentren im Südwesten für den Alltagsradverkehr verbinden. Eine darin definierte Hauptroute verläuft zwischen Stuttgart und Ulm entlang des Filstales. Im Endzustand soll der Streckenverlauf im Kreis Göppingen vorrangig auf der zurückgebauten alten B10 entlang führen. Somit wären die Planungen des Landes mit den Anforderungen für den "Radschnellweg Fils" in weiten Teilen deckungsgleich.

Die wichtigste Nachricht für die Zukunft des Alltagsradverkehrs kam am 03.08.2016 jedoch aus Berlin.

Nachdem in Baden-Württemberg seitens des Landes bereits Planungen für ein "Sonderprogramm Radschnellwege" im Gange sind und auch das Bundesumweltministerium diese Highways für den Radverkehr im Rahmen des Klimaschutzes fördert, hat nun auch endlich das Bundesverkehrsministerium nachgelegt. Für viele Experten überraschend hat das Ministerium von „Autominister“ Alexander Dobrindt in den Bundesverkehrswegeplan 2030 einen Passus für den Radverkehr aufgenommen.

In einer Pressemitteilung des ADFC-Bundesverbandes heißt es dazu: "Heute verabschiedet das Kabinett den Bundesverkehrswegeplan 2030. Auf Initiative von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt findet sich dort – anders als in den Entwurfsfassungen vorgesehen – auch ein Passus zur Zukunft des Radverkehrs. Demnach wird der Bund sich im Rahmen seiner verfassungsrechtlichen Möglichkeiten in Zukunft stärker am Bau von Radschnellwegen beteiligen. Das hatte der ADFC seit Jahren gefordert, bisher lehnte der Bund allerdings die Zuständigkeit ab.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: "Wir sind ja sonst als Mahner bekannt, aber diese kleine Passage im Bundesverkehrswegeplan ist ein großer Schritt für die Zukunft des Radverkehrs in Deutschland. Wir sind begeistert, dass der Bundesverkehrsminister verstanden hat, dass Premium-Radinfrastruktur, wie wir sie aus den Niederlanden und Flandern schon lange kennen, wirklich massive Stauentlastung bringen kann. Und dass sie zügige, komfortable und nachhaltige Mobilität in dichter werdenden Metropolen überhaupt erst ermöglicht. Toll!"

Weiter heißt es dort: "Für das ambitionierteste deutsche Projekt, den RS.1 quer durch das Ruhrgebiet, wurde per Machbarkeitsstudie errechnet, dass durch den Radschnellweg täglich 52.000 PKW-Fahrten mit über 400.000 Kilometern eingespart werden können. Außer im Ruhrgebiet liegen Pläne für Radschnellwege in den Großräumen Hannover, Frankfurt, Nürnberg und München vor.

Der ADFC geht davon aus, dass alle diese Projekte durch die Unterstützungszusage des Bundes zusätzlichen Schub bekommen und nun tatsächlich in Angriff genommen werden können. Stork: "Den finanziellen Kraftakt zum Bau von überregionalen Radschnellwegen können Länder und Kommunen nicht alleine stemmen. Wir brauchen vom Bund jetzt eine Ko-Finanzierung für 300 Kilometer Radschnellwege pro Jahr – ein Kilometer kostet etwa 1,5 Millionen Euro."

In den Gemeinden des Filstales, im Land und beim Bund ist die Zustimmung für Radschnellverbindungen offensichtlich groß. Die Zeichen für die Vision "Radschnellweg Fils" stehen also gut. Es bleibt spannend, wie es mit diesem Zukunftsprojekt in den nächsten Monaten weitergeht.

 

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https://goeppingen.adfc.de/artikel/vision-radschnellweg-fils-wird-immer-populaerer

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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