Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Göppingen

Demonstrationsstrecke zwischen Reichenbach und Ebersbach

Einweihung Demonstrations-Teilstück zwischen Ebersbach und Reichenbach/Fils © ADFC Göppingen / Bärbel Vogl

Radschnellweg Fils / Neckar - Demonstrationsstrecke eröffnet

Die Demonstrationsstrecke zwischen Ebersbach und Reichenbach wurde am 27.9.2021 in Anwesenheit von Verkehrsminister Hermann feierlich eröffnet.

Am 27.09.2021 war es endlich soweit: Die Demonstrationsstrecke zwischen Ebersbach und Reichenbach wurde in Anwesenheit von Verkehrsminister Winfried Hermann feierlich eröffnet. Da bis zur endgültigen Freigabe eines so großen Bauprojektes viel Zeit vergehen kann, soll diese einfach und kurzfristig realisierbare Strecke den Nutzern im Land zeigen, wie der Radverkehr der Zukunft aussehen kann.

Auch wenn momentan Beginn und Ende der Strecke noch im radverkehrstechnischen Niemandsland enden, ist es doch von großer Bedeutung, zumindest auf diesen 1,3 km die Zukunft auf die Straße zu bringen und nicht nur in die Ordner und Köpfe der Planer. Denn die Bedeutung des Radverkehrs wächst, die Fördergelder sind so hoch wie nie, die Planungen zum Ausbau von z.B. Radschellwegen schießen wie Pilze aus dem Boden aber es kommt noch zu wenig davon auf der Straße und bei den Menschen an und damit wächst die Ungeduld der Radlerinnen und Radler zunehmend.

Deshalb ist es wichtig mit der eingeweihten Demonstrationsstrecke zwischen Reichenbach und Ebersbach und damit an der Schnittstelle zwischen den kommenden Radschnellwegen im Neckartal (RS4) und im Filstal (RS14), ein erstes Ergebnis erleben und erfahren zu können.

Der seitherige Geh/Radweg zwischen der alten B 10 und der Fils wurde auf einer Länge von 1,3 km zu einem Radschnellweg ausgebaut:

  • Überwiegend vier Meter breit
  • Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung
  • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden

Die Demonstrationsstrecke  erfüllt diese Voraussetzungen, Fußgänger müssen ab jetzt aber den Weg auf der anderen Seite der Bahnlinie benutzen.

Eine ganzheitliche Verkehrsplanung sieht hingegen anderes aus. Zu Fuß gehende wollen wie Radfahrende Umwege vermeiden, da sie wie Radfahrer sich mit eigener Muskelkraft fortbewegen und wählen deshalb möglichst den direkten Weg. Das geschieht dann eben auch mal nicht legal - Hauptsache direkt. Warum sollen dann Fußgänger auf die andere Seite der Bahnlinie verwiesen werden. Für viele bedeutet das ein erheblicher Umweg. Das Land als Bauherr dieses Teilstückes provoziert dadurch ein regelwidriges Verhalten. Radfahrende argumentieren so für das Öffnen von Einbahnstraßen von Fußgängerzonen. Warum soll Fußgängern jetzt dieses Recht auf kurze Wege verwehrt bleiben. Es sollte doch möglich sein, einen zusätzlichen 1 - 2 m breiten Kiesweg, trotz der Nähe zur Fils, den zu Fußgängern zu widmen.

Verkehrsminister Hermann wies in seiner Rede u.a. auf die Verhältnisse in den Niederlanden hin, wo der Radverkehr mit Hilfe von Brücken über Kreuzungsbereiche geführt wird – besser kann die Radlerin, der Radler nicht geschützt werden. Die Weiterführung der Demonstrationsstrecke nach Ebersbach soll nach Aussage eines Verantwortlichen so schnell wie möglich gebaut werden, um auch an Kreuzung zu verdeutlichen, wie an diesen Konfliktpunkten eine Streckenführung aussehen kann. Eine Brückenkonstruktion wie in den Niederlanden ist aktuell nicht vorgesehen.

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