
Radweg entlang B10 von Geislingen nach Amstetten © ADFC Göppingen, Dirk Messer
Die Zukunft auf 2.346 Seiten: Eine Prognose für den Radverkehr im Lkr. Göppingen
"Prognosen sind schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen" (Mark Twain)
Am 23. Mai 2025 wurde das neue Radverkehrskonzept vom Göppinger Kreistag beschlossen. Ziel: Das Radwegnetz weiter verbessern. Für eine Zusammenfassung der seitdem realisierten Maßnahmen ist es noch ein bisschen früh (oder anders formuliert: es ist noch nicht viel geschehen). Aber fast ein Jahr nach der Verabschiedung ist es jetzt Zeit, um eine Prognose zu wagen.
Zuerst ein kurzer Rückblick: Das Vorgängerkonzept von 2011 hatte sich vor allem an Freizeitradelnde gerichtet. Und tatsächlich wurde seither einiges für sie getan – dank dem Engagement des ehemaligen Landrats Edgar Wolff und dem Team des Amts für Mobilität, deren Arbeit auch vom Kreistag größtenteils unterstützt wurde.
Der neue Maßnahmenkatalog von 2025 nimmt nun den Alltagsverkehr ins Visier. Bringt die Zukunft also bessere Radrouten zur Schule, zur Arbeit und zum Einkaufen?
Das Konzept umfasst auf 2.346 Seiten insgesamt 1.167 Maßnahmen unterschiedlichsten Umfangs: Von Randmarkierungen und Belagssanierungen über Lückenschlüsse und Kreuzungsumgestaltungen bis hin zum Neubau eigenständiger Radwege. Viel Lesestoff für ein verregnetes Wochenende.
Der Kreistag hat die Konzeption im vergangenen Jahr verabschiedet. Es fehlt aber ein Zeitplan für die Umsetzung. Und auch die Finanzierung muss erst noch – je nach Zuständigkeit – vom Landkreis oder den einzelnen Kommunen beschlossen werden.
Angesichts der angespannten kommunalen Finanzlage ist eine gewisse Zurückhaltung der Entscheidungsträger nicht überraschend. Jedoch gibt es von Bund und Land Fördermittel für viele Investitionen in den Radverkehr. Und nicht jede Maßnahme ist teuer. Oft sind es kleine Verbesserungen, die viel bewirken können – man muss sie nur wollen und umsetzen. Doch auf entspreche Willensbekundungen sind im Moment nur selten zu vernehmen.
Und so lautet die Prognose: Es könnte noch ein Weilchen dauern, bis alle 1.167 Maßnahmen umgesetzt sind und ein neues Konzept für die dann verbleibenden Problemstellen erarbeitet werden kann.
Schon Mark Twain wusste: Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Wir werden deshalb im Frühjahr 2027 wieder einen Blick auf das Konzept werfen und würden uns freuen, wenn unsere Erwartungen übertroffen würden.
Bis dahin wird der ADFC die Verantwortlichen jedenfalls in gewohnter Regelmäßigkeit an die Existenz des Radverkehrskonzepts erinnern. Alle Alltagsradelnden sind herzlich eingeladen, dies ebenfalls zu tun.








